Zwischenraum

L E E R Z E I C H E N

Leerzeichengibtesvermutlichausmehrerengründensieverbessern
dielesbarkeiteinestextesundvermutlichauchdessenverstehbarkeitwer
alsoohnepunktundkommaundauchohneleerzeichenschreibtdürfteindergefahrsein
dassseintextwennüberhauptnichtoderkaumgelesenundverstandenwird.

Bei diesem Zeichen geht es also wieder um Leere, um ein Leer-zeichen eben. Nach jedem Punkt z.B. gibt es ein Leerzeichen. Punkte werden in der Regel dann gesetzt, wenn ein Gedanke einen Abschluss bekommen hat. Danach könnte mensch sich, wie beim Essen, eine Leerzeit gönnen.

Ein Zwischenraum zum nachschmecken, nachdenken, nachfühlen und vielleicht auch die Neugierde was jetzt kommen könnte.
Und da zeigt sich schnell ob das, was mensch da liest gehaltvoll oder inhaltsleer ist.

Ja und da gibt es dann noch den Absatz: – ein größerer Zwischenraum nach einem längeren Gedankengang. Auch eine Einladung zum Nachdenken und Nachspüren.

Und wer dann sogar zwischen den Zeilen lesen kann, denn auch da gibt es einen „Zwischenraum“, der besitzt eine wunderbare Fähigkeit.
Sollten jetzt beim Lesen die Zwischenräume ins Auge springen, ist das schon ein gutes (Leer-) Zeichen

4. zwischenräumen - nicht versäumen!

Blick in unseren Meditationsraum

In der neuen Podcastfolge (hier )geht es um Räume, Zwischenräume und Leer-Räume zwischen den Dingen.
Gedanken aus der japanischen Architekturkultur und mehr!
Um es kurz zu machen: Viele Menschen haben Ihre Räume völlig zugeräumt und vollgestellt. Es gibt zu wenig Zwischenraum, damit die Dinge (und vermutlich auch die Menschen) wirklich in Beziehung treten können. Es steht im wahrsten Sinn des Wortes zu viel dazwischen. Japanische Kultur bedeutet, dass es die Zwischenräume, die Leere zwischen den Dingen braucht, damit sie in Beziehung treten können.
Weil da so ist könnte es doch eine Überlegung wert sein, was mensch denn alles ausräumen sollte oder könnte, damit wieder genügend Luft zum Atmen da ist:

Man nehme jeden Tag

einen Gegenstand
in die Hand
bereite ihn dann zum Versand
an Orte, die uns wohlbekannt.

Denn da hat sich angesammelt
was dort länger schon vergammelt

und die Luft zum Atmen nimmt:
und so sage ich bestimmt!

zwischenräumen nicht versäumen!

Das ist übrigens das japanische Wort für Dummheit oder Idiot: Da kommt auch das Zeichen für Ma – Zwischenraum vor… . In der Podcastfolge wirds erklärt!
間抜け

3. ZWISCHENGANG: SPAZIERGANG

Nur raus! Aus dem Zimmer das ein Gefängnis sein kann. Raus auch aus der Enge eines Gesprächs. Friedrich Schiller beschreibt das in seinem Gedicht „Spaziergang“. Es kann auch die Enge der Gedanken, der Gefühle sein (Angst kommt von Enge), die zum Spaziergang einlädt.

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2 . Gib dem Zwischen - Raum, um aus dem Fenster raus zu schaun:

Ein Fenster ist ja an sich schon ein Zwischenraum zwischen Wänden.
Aus dem Fenster schauen ist sozusagen das Nehmen einer Zwischenzeit, um durch den Zwischenraum zu schauen: Durch ein Tor in eine andere Welt, gedankenverloren, unverzweckt, träumerisch.
Diese Übung machen Schüler im Unterricht schon seit es Schule gibt, – auch wenn die Pädagog*innen den Wert dieser Übung gerne während ihres Unterrichts in Frage stellen.
Und doch ist es eine wunderbare z.B. Büroübung:

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Wo ist der Geist? Im Zwischenraum?

Wo ist der Geist?

Er ist nicht hier,
Er ist nicht da
wie wunderbar!

Er ist dazwischen,
um jedem Zugriff
zu entwischen!

Willst du ihn spüren
soll er dich berühren
mit Freiheit und Lebendigkeit?

willst du ihn schaun?
Dann gib dem Zwischen

– Raum!
KHL

1. Übung: Zwischen zwei Bissen beim Essen

Es empfiehlt sich damit zu beginnen, wenn mensch allein ist und etwas Zeit hat.
Also ganz normal essen – und nachdem der Bissen wohlgekaut geschluckt ist, einen Zwischenraum setzen (Tipp: Gabel etc. weglegen) und:
Nachschmecken, den Nachgeschmack schmecken, möge es kein schaler sein, sondern ein vielfältiger!
Und dann: Vorschmecken, also den Vorgeschmack schmecken.
-
Nochmal schlucken,
-
DANN kommt der nächste Bissen.

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