Hochschulgemeinde: PlusMinus±Gedanken

&&Gut außer sich sein können - ein Adventskalender zum Hinausziehen und Ankommen

Manchmal meint man schon zu wissen – und dann ist doch alles ganz anders. Dass alles ganz anders ist, ist eine Erfahrung, die wir durch Corona dauernd machen. Man könnte – auch als besonnener, geduldiger Mensch – außer sich geraten. … Aber vielleicht sollte man das auch in gewisser Weise? …

Und für mich kommt da der Advent ins Spiel: „Advent“ heißt, dass etwas kommt. Aber was? Die einfache „christliche“ Antwort (das Christkind! ?! natürlich! Gott! ?! selbstverständlich!) ist einerseits schön, andererseits: Bewegt sie mich? Wenn ich in die heiligen Schriften der Bibel schaue, dann merke ich: Beim Thema „Advent“ geraten dort jedenfalls alle erst mal außer sich:
Maria und Josef müssen wegen der ersten Steuer-Volkszählung mitten in einer kritischen Phase der Schwangerschaft reisen – und deren Hotel hatte ebenso kein Bett für sie, wie die Hotels in Europa heute.
Die Magier oder Könige, wie man will, verlassen ihre gewohnte Umgebung und landen ebenfalls im Stall (und bei dessen Anblick mögen sie vielleicht an einen neuen Hygieneplan gedacht haben).
Die Hirten, denen der Stall ein gewohnter Anblick sein sollte, geraten aber auch außer sich, denn sie sehen himmlische Visionen.
Und reden den Rest der Nacht über die Neuigkeiten.
Ich glaube: Advent ist eine hervorragende Zeit, um außer sich zu sein – und sich keine Sorgen zu machen, wenn man es ist, denn es ist normal.
Advent heißt, dass etwas oder jemand kommt. Und damit wird sich etwas verändern. Was? Wer weiß? Ist doch schön, wenn man nicht alles vorher weiß!
Auf jeden Fall: Es soll und wird nicht alles so bleiben, wie es ist. Als Christen glauben wir: Es wird besser!

Die PlusMinus±Gedanken zum Advent 2020 sollen den Blick weiten, den Horizont verbreitern, neue Gesichtspunkte ausprobieren, Tun und Lassen thematisieren, Ankunft und Abschied im Lauf der Veränderung betrachten – und vielleicht den Boden bereiten, damit man gut außer sich sein kann, um mit einem Neuen, das kommt, dann auch gut zu sich selbst kommen zu können, denn das ist das Ziel des Advents.