Hochschulgemeinde: Michaels Blog

"Bringst du mir was mit …?"

Wenn jemand anderes irgendwohin geht, wo ich nicht selbst hin kann, dann ist das ein ganz normaler, menschlicher Satz.
Und in Corona-Zeit ist das auch ein Satz, in dem Hilfe, Vorsicht, Sorgfalt steckt. Füreinander was mitbringen, einkaufen usw.

Ich glaube, diesen Satz sollte man auch auf die Gottesdienste anwenden:
Wegen der Infektionsschutzmaßnahmen kann jetzt nicht jeder, der möchte, in einen Gottesdienst gehen.
Schon wegen der Beschränkungen in der Platzzahl.
Und wenn man nicht möchte, kann das sehr gute und auch christliche Gründe haben.

Aber für mich heißt das auch: Die Glücklichen, die einen Platz in einem Gottesdienst haben, sollten nicht nur für sich selbst da sein, sondern stellvertretend für die vielen anderen Weihnachten feiern. Und den Weihnachtssegen entgegennehmen und an andere ausstrahlen, auch auf Abstand, und für die anderen beten, die Verstorbenen, ihre Angehörigen, die, die mit der Krankheit kämpfen und die, die Angst haben um Gesundheit und/oder Existenz.
Mir fällt dazu ein biblischer Satz ein: „Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen“ – das ist doch ein ordentliches Stück befriedigender als nur die (vermutlich sehr sinnvollen) Gesetze des Infektionsschutzes zu erfüllen.
In diesem Fall ist es keine Last, sondern ein Stück Weihnachten, das wir für andere feiern können.