Hochschulgemeinde: Gegen-Kraft

NEWSLETTER Gegenkraft: Verwundung und Heilung - Zerstreuung und Sammlung

Kunthea hat zu diesem Begriffspaar Detailfotografien von Baumrinden erstellt – Bäume gezeichnet von den „Wunden“ aus der Vergangenheit. Diese Stellen, so schreibt Sie, befinden sich im dauerhaften Heilungsprozess.
Die beiden Bäume erzählen ihre Geschichte von Verwundungen und Heilungen und regen an unsere eigenen Geschichten zu erinnern und zu erzählen.

Am Donnerstag der letzten Woche haben die Teilnehmer*Innen des Zoom-meeting Ihre Gedanken, Ideen, Geschichten zu diesen Bildern erzählt.
Die Bilder sind eine Einladung die eigene Geschichte von Verwundungen und Heilungen zu erzählen, die nicht selten eine Transformation des eigenen Denkens und Fühlens beinhaltet.

Hier ein Impuls:
Auf dem ersten Bild wurde mehrfach ein „Auge“ entdeckt. Tatsächlich ist es eine geheilte Wunde, die ein abgerissener oder abgebrochener Ast hinterlassen hat.
In einer Halbplastik aus der Gotik wird ein „auferstehender Christus“ dargestellt, mit Herzwunde. Beim näheren Hinsehen zeigt sich, dass diese Herzwunde als Auge dargestellt wird: Jesus als verwundeter Arzt: Sehend werden, mitfühlend werden für die Verwundungen der Menschen und so heilend in Begegnung mit Ihnen treten. Ein Angebot zur Solidarität mit allen die in Ihrem Leben Verwundungen erlebt haben. Wir glauben an einen verwundeten Gott und das ist das eigentlich Wunderbare. (Im Gegensatz zu zu einem unverwundbaren und damit auch unberührbaren Gott)

Am kommenden Mittwoch 10. März um 18 Uhr laden wir Sie wieder ein zu einem neuen Begriffspaar : Zerstreuung und Sammlung.
Wie gewohnt arbeiten wir mit den Bildern von Kunthea.

Eine kleine Übung kann es sein, selbst künstlerisch aktiv zu werden und in einem oder zwei Bildern – vielleicht auch nur skizzenhaft – Zerstreuung und Sammlung als innere Erfahrungen in Form und Farbe auszudrücken und sich überraschen zu lassen was dabei herauskommt und evtl. sogar bewirkt.

Viele Grüße
Karl-Heinz Lehner