Hochschulgemeinde: Gegen-Kraft

NEWSLETTER Gegenkraft: KAUEN

Kraft: schnell, viel, schlucken – Gegenkraft: WENIG, LANGSAM, KAUEN

oder andere gesagt: KAUEN, KONTAKT, KONZENTRATION (1)

Was haben Mensa und Bibliothek gemeinsam? An beiden Orten wird gegessen!
Mensa: lat. Tisch auf dem hoffentlich nahrhafte Speisen angeboten und gegessen werden.
Bibliothek: griech. Tisch des Buches wo hoffentlich geistreiche, nahrhafte Literatur auf und über den Tisch kommt.
Ach ja, dann gibt es noch den Schreibtisch auf dem so alles Mögliche an Arbeit landet.

Immer wieder fällt mir bei mir auf, dass ich „schlinge“ beim Essen, beim Arbeiten. Also möglichst schnell eine große Menge Nahrung, Arbeit schlucken, oder erledigen möchte.
Ich nehme keinen oder wenig KONTAKT auf mit dem was ich esse und arbeite. Bin auch nicht wirklich KONZENTRIERT, also bei der Sache.
Das liegt mir dann gerne „schwer im Magen“ oder ich „habe es nicht oder schwer verdaut“, und wenn es zu sperrig ist bleibt es gerne „auch mal im Hals stecken“.
Studierende haben gerne auch mal Inhalte die leicht verdaulich sind, gerne auch in aufbereiteter – pürierter Form.
Der Apostel Paulus schreibt an die Korinther, dass sie wohl in Ihrem Glauben noch Milch brauchen statt feste Speise verdauen zu können.

Ja, so fängt das bei uns an: Am Anfang unseres Lebens sind wir Säuglinge, die Muttermilch saugen.
Und dann kommen die Schneidezähne: Wir können in etwas hineinbeißen, etwas herausbeißen.
Am Ende kommen die Backenzähne zum Kauen: Das, wo wir abgebissen haben wird zerkleinert bis die Nährstoffe erschlossen und aufgeschlossen werden, Geschmack entfalten, aufgenommen werden können und damit erst wirklich nahrhaft sind.

Das sind Reifestadien die sich dann auch in anderen Bereichen zeigen. Z.B. beim Studieren:
Da soll der Lehrende alles „Vorkauen“ , pürieren, und wenn er das nicht gut gemacht hat wird nach Säuglingsart „geschrieen“
Oder es wird in in einen „Lehrstoff“ hineingebissen, der schmeckt aber nicht gleich und wird dann entweder „geschluckt“ oder „ausgespuckt.“

Diejenigen aber, die den nötigen Biß entwickeln, KONTAKT aufnehmen mit dem was sie da essen, studieren, arbeiten – sich hineinbeißen und dann in kleinen Bißen KONZENTRIERT DURCH-KAUEN bis sich der Inhalt erschließt – auch wenn das mühsam ist, aber das könnte man dann nachhaltige Bildung nennen.

ESSEN: Karotte, Kohlrabi, oder ähnlich „harte“ Nahrungsmittel zur Übung: Hineinbeißen, Abbeißen, Durchkauen bis es wirklich zerkleinert ist! Schmecken, dann erst Schlucken und dann natürlich Nachschmecken!

MUSIK: Ich spiele nicht einfach vom Blatt alles schnell mal durch, sondern zerlege die Musik in kleine Noten- einheiten. Die übe ich dann langsam einzeln füge sie dann Stück für Stück bis zur Melodie zusammen.

ARBEIT: nicht einfach anfangen sondern zuerst überlegen was zu tun ist und dann die Arbeit in kleine Einheiten unterteilen (Häppchen) dann dazu
Kontakt aufnehmen, Kauen, Konzentrieren kommt dann von selbst.

UND: natürlich IMMER nach jedem Häppchen vollenden durch NICHTTUN !

Wenn das gelingt haben Sie einen Glücksklee gefunden: ER-FÜLLT LEBEN statt ge-füllt leben!

Kunthea beschreibt Ihr Kleeblatt: „Manchmal braucht es etwas Biss, um das zu erreichen was man sich wünscht – es hat sich bisher in meinem Leben immer ausbezahlt, in die Kreisläufe der Aufgaben und deren Lösungen einzudringen und notwendige Bahnen zu drehen, um das Ziel, den Kern, zu erreichen.

(1) wer mehr dazu wissen will : vgl. Fritz Perls dem Gründer der Gestalttheraphie in: „Der Hunger, das Ich und die Aggression.“ 1944