Hochschulgemeinde: Gegen-Kraft

NEWSLETTER Gegenkraft: HUMOR

Eine besonders wirksame Gegenkraft! Kann länger als nur eine Woche geübt werden :)

„Das Einzige das man im Leben ernst nehmen muss ist der Humor, alles andere lässt sich mit Humor nehmen-“ so hat es mein leider verstorbener geistlicher Lehrer Elmar Gruber einmal gesagt:
… und als der Newsletter verschickt war stellte ich fest, dass alle bereits korrigierten Rechtschreibfehler noch drin waren. Ja wie peinlich – oder doch mit Humor zu nehmen?

Diese Gegenkraft lässt sich im Alltag als Humorglücksblatt entdecken.

Kunthea hat es entworfen und sie schreibt dazu: „Ich weiß, dass ich nichts weiß – Nehme das Leben nie zu Ernst, versuche mit den Stürmen zu tanzen und gib dabei Acht auf die anderen Shows. „

HERKUNFT HUMOR:
„HUM“ ist im lateinischen die Vorsilbe HUM und die bedeutet: feuchter Boden („humi“ bedeutet am Boden)
HUM-US ist dementsprechend das, was einmal gewesen ist, das Vergängliche das Verweste das sich jetzt in fruchtbaren Boden verwandelt hat.
HUM- ILITAS ist das lateinische Wort für Demut. Also locker übersetzt: Das Anerkennen, dass alles – auch ICH und meine geniale Einzigartigkeit, meine Weltsicht etc. schlicht vergänglich, fehlerhaft, gerne auch mal schräg, auf jeden Fall ganz unvollkommen ist.

HUM-OR: Wer seine eigene Begrenztheit und Endlichkeit anerkennen und annehmen kann, der kann auch den nötigen Humor zu dem entwickeln und das halte ich für HUM-AN!

3 Beispiele für diese Haltung:

Papst Johannes XIII hatte diese Art von Humor wenn er zu sich selbst sagte: Johannes, nimm dich nicht so wichtig… .

Teresa von Avila eine Mystikerin aus dem 16. Jhd. hat ein ausgesprochen humorvolles Gebet über Ihre eigene Endlichkeit geschrieben, das ich nicht vorenthalten will: (Welcher Satz trifft denn auf die werte Leserin/Leser zu?)

„Oh Herr, Du weißt besser als ich, dass ich von Tag zu Tag älter und eines Tages alt sein werde.
Bewahre mich vor der Einbildung, bei jeder Gelegenheit und zu jedem Thema etwas sagen zu müssen.
Erlöse mich von der großen Leidenschaft, die Angelegenheiten anderer ordnen zu wollen.
Lehre mich, nachdenklich (aber nicht grüblerisch), hilfreich (aber nicht diktatorisch) zu sein.
Bewahre mich vor der Aufzählung endloser Einzelheiten und verleihe mir Schwingen, zur Pointe zu gelangen.
Lehre mich Schweigen über meine Krankheiten und Beschwerden. Sie nehmen zu, und die Lust, sie zu beschreiben, wächst von Jahr zu Jahr.
Ich wage nicht, die Gabe zu erflehen, mir die Krankheitsschilderungen anderer mit Freude anzuhören, aber lehre mich, sie geduldig zu ertragen.
Lehre mich die wunderbare Weisheit, dass ich mich irren kann.
Erhalte mich so liebenswert wie möglich.
Lehre mich, an anderen Menschen unerwartete Talente zu entdecken, und verleihe mir o Herr, die schöne Gabe, sie auch zu erwähnen.“*

„Alles hat drei Seiten: eine gute und eine schlechte Seite und eine komische Seite.“ (K. Valentin)
Einige Studenten aus unserem Haus haben sich gerade diesen Satz von Karl Valentin zum Vorbild genommen und sind auf der Suche nach komischen/schrägen Situationen in ihrem durchfunktionalisierten Studienalltag und wollen das kreativ umsetzen – ich bin gespannt.

Im Vorfeld mit der Beschäftigung mit dem Thema Humor musste ich aufgrund der sich humorvoll-komischen Situationen öfter einmal auch am Telefon dermaßen herzhaft lachen, dass mir die Tränen kamen. (Loriotartige Szenen wie z.B. „Das Bild hängt schief“)
In diesen Zeiten lachen zu können – trotzdem und gerade deshalb- ist auch ein Beitrag zum Bewältigen der aktuellen Krise.

Mögen Sie viele humorvolle Situationen in dankbarer Freude in dieser Woche entdecken und zumindest einmal über sich selbst schmunzeln.
wünscht
Karl-Heinz Lehner